NetWare 6.5 kann sowohl IP (Internet Protocol)-Pakete als auch die herkömmlichen IPXTM (Internetwork Packet ExchangeTM)-Pakete verarbeiten. Beide Protokolle können einer Netzwerkkarte zugeordnet werden, sodass der Server sowohl mit IP als auch mit IPX kommunizieren kann.
Das Internetprotokoll (IP) ermöglicht den Austausch von Daten zwischen Ihrem Netzwerk und anderen IP-Netzwerken (hierzu zählt auch das Internet). Soll IP verwendet werden, wird eine eindeutige IP-Adresse, eine Teilnetzmaske sowie eine Router- oder Gateway-Adresse benötigt.
IP Address (IP-Adresse)&-; Anhand der IP-Adresse wird jedes Gerät im Netzwerk identifiziert. Die Adresse besteht aus 32 Bits, die als durch Punkte voneinander getrennte Dezimalwerte dargestellt werden (z. B. 123.45.67.89).
Wenn Ihr Server Zugang zum Internet haben soll, benötigen Sie eine eindeutige IP-Adresse. Informationen dazu, wie Sie eine IP-Adresse beziehen können, erhalten Sie von Ihrem Internet-Service-Provider (ISP).
Teilnetzmaske&-; Ermöglicht die Aufteilung des Netzwerks in kleinere Teilnetze. Netzwerke verfügen häufig über zu viele Knoten bzw. sind geografisch zu weit verteilt, um sie als einzelnes Netzwerk verwalten zu können.
Wenn Sie das Netzwerk in kleinere Netzwerke unterteilen, können die Netzwerk-Router die Netzwerkaktivitäten, die von den jeweiligen Knoten gesehen werden, filtern und reduzieren. Das Aufteilen des Netzwerks und die Verwendung mehrerer Netzwerkadressen ist jedoch u. U. bei großen Netzwerken, die für den Netzwerkverwalter als zusammenhängendes Netzwerk erscheinen müssen, nicht immer angebracht.
Router- bzw. Gateway-Adresse&-; Die Adresse des Router, mit dem zwei unterschiedliche Umgebungen, beispielsweise ein lokales Netzwerk und das Internet, miteinander verbunden werden.
Sie können entweder eine bestimmte Router- bzw. Gateway-Adresse eingeben oder sich darauf verlassen, dass das Netzwerk automatisch den nächsten Router findet. Bedenken Sie bei der Angabe der Adresse, dass sich der Router in Ihrem Netzwerksegment befinden muss.
Bei der Installation von IP wird automatisch die Bindung zum Rahmentyp Ethernet_II hergestellt.
Wenn "IP" ausgewählt wird, steht auch die passive Unterstützung für IPX zur Verfügung. Wenn am Server eine IPX-Anforderung ankommt, verarbeitet NetWare die IPX-Anforderung. Diese passive IPX-Unterstützung wird als Kompatibilitätsmodus bezeichnet und automatisch aktiviert, um die Ausführung von Anwendungen zu ermöglichen, die IPX benötigen.
VORSCHLAG: Sie können den Kompatibilitätsmodus deaktivieren, indem Sie den Befehl LOAD SCMD aus der Datei autoexec.ncf des Servers entfernen. Wenn der IPX-Kompatibilitätsmodus deaktiviert wurde, verarbeitet der Server nur IP-Pakete. Anwendungen, die IPX benötigen, können in diesem Fall nicht ordnungsgemäß funktionieren.
Mit dem traditionellen Novell-Protokoll IPX (Internetwork Packet Exchange) können Sie weiterhin auf IPX aufbauende Anwendungen verwenden. Wenn auf Ihrem Server nur IPX, nicht jedoch IP installiert ist, werden IPX-Pakete aktiv verarbeitet, während Pakete, die andere Protokolle verwenden, beispielsweise IP, ignoriert werden.
Vom Installationsprogramm werden alle vorhandenen IPX-Rahmentypen erkannt. Folgende Bedingungen können erkannt werden:
Einzelner IPX-Rahmentyp&-; Wenn ein einzelner Rahmentyp gefunden wird, wird dieser installiert.
Mehrere IPX-Rahmentypen&-; Wenn mehrere IPX-Rahmentypen gefunden wurden, werden Sie aufgefordert, die Rahmentypen auszuwählen, die installiert werden sollen.
Keine IPX-Rahmentypen&-; Wenn keine Rahmentypen gefunden werden, wird standardmäßig Ethernet_802.2 installiert.
Wenn Sie über Netzwerk-Clients oder Anwendungen verfügen, die sowohl IPX als auch IP benötigen, können Sie beide Protokolle installieren. Beide Protokolle können an eine einzige Netzwerkkarte gebunden werden. Bei Auswahl dieser Option werden beide Protokolle, also sowohl IP als auch IPX, aktiv unterstützt. Der Server verarbeitet IP-Anforderungen unter Verwendung von IP und sendet oder beantwortet IPX-Anforderungen unter Verwendung von IPX.
Wählen Sie auf der Seite "Protokolle" eine Netzwerkkarte.
Aktivieren Sie das Kontrollkästchen "IP".
Geben Sie die erforderlichen IP-Informationen für die ausgewählte Netzwerkkarte ein.
Aktivieren Sie das Kontrollkästchen "IPX", wenn Sie IPX auf der ausgewählten Netzwerkkarte installieren möchten.
Wenn Sie IP installieren und nicht IPX, wird der Verweis SERVERID nicht verwendet und aus der Datei autoexec.ncf entfernt. Nach Abschluss der Serverinstallation können Sie IPX hinzufügen, indem Sie in die Datei autoexec.ncf nach dem Befehl SERVERNAME den Befehl SERVERID 8-stellige_Nummer einfügen.
Wiederholen Sie Schritt 1 bis 4 für jede Netzwerkkarte im Server.
SLP (Service Location Protocol) ist ein IETF-Standard, der netzwerkbasierten Anwendungen die automatische Ermittlung des Standorts eines benötigten Service ermöglicht (z. B. Adresse, Domänenname und und weitere Konfigurationsinformationen). Mit SLP können Clients einen Service in einem IP-Netzwerk aufrufen und diesen verwenden. Ohne SLP müssen die Netzwerkressourcen manuell konfiguriert oder in einer separaten Konfigurationsdatei angegeben werden.
SLP muss ordnungsgemäß konfiguriert werden, wenn der Server Bestandteil einer Migration mithilfe des NetWare-Migrationsassistenten ist.
Klicken Sie auf der Seite "Protokoll" auf "Erweitert".
Klicken Sie auf die Registerkarte "SLP".
Geben Sie die IP-Adressen der Verzeichnisagenten in Ihrem Netzwerk ein. Aktivieren Sie das Kontrollkästchen "Diesen Server als DA (Directory Agent) konfigurieren", wenn in Ihrem Netzwerk keine Verzeichnisagenten vorhanden sind.
Aktivieren Sie das Kontrollkästchen "Multicast-Routing auf diesem Server aktivieren", wenn Sie Multicasting aktivieren möchten.
Klicken Sie auf "OK".
Dienstprogramme für die Netzwerkverwaltung verwenden das Simple Network Management-Protokoll (SNMP) zum Aufzeichnen und Weitergeben von Informationen über Netzwerkgeräte. Mithilfe eines SNMP-kompatiblen Dienstprogramms können Sie Schwellenwerte und spezielle Ereignisse (z. B. Zahl der Pakete pro Sekunde oder Fehlerraten) festlegen und überwachen. Diese Informationen werden dann an die Zieladresse der Arbeitsstation gesendet, auf der das SNMP-kompatible Dienstprogramm ausgeführt wird.
Klicken Sie auf der Seite "Protokoll" auf "Erweitert".
Klicken Sie auf die Registerkarte "SNMP".
(Optional) Geben Sie in die entsprechenden Felder eine Hardwarebeschreibung, den Serverstandort und den Namen des Verwalters ein.
Geben Sie in die entsprechenden Felder die IPX- und IP-Zieladressen der Geräte ein, die die SNMP-Informationen erhalten sollen.
Klicken Sie auf "OK".
Wenn die IPX-Kompatibilität aktiviert ist, steht eine passive Unterstützung für IPX-basierte Anwendungen ohne IPX-Bindung zur Verfügung. Obwohl der Server keine Services über RIP und SAP im Netzwerk versendet, verarbeitet NetWare alle IPX-Anforderungen, die am Server ankommen.
Klicken Sie auf der Seite "Protokoll" auf "Erweitert".
Klicken Sie auf die Registerkarte "IPX-Kompatibilität".
(Sofern zutreffend) Aktivieren Sie das Kontrollkästchen "IPX-Kompatibilität laden". Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn Sie das Kontrollkästchen "IPX" unter Installieren von IP und IPX nicht aktiviert haben.
(Sofern zutreffend) Aktivieren Sie das Kontrollkästchen "Migrationsagenten auf diesen Server laden". Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn Sie das Kontrollkästchen "IPX" unter Installieren von IP und IPX aktiviert haben.
NetWare reguliert die IP- und IPX-Protokolle mithilfe eines Migrationsagenten. Der Migrationsagent reguliert die Protokollfunktion in unterschiedlichen Netzwerksegmenten. Wenn der Migrationsagent nicht aktiviert ist, werden Pakete nicht in Netzwerksegmente weitergeleitet, die mit einem anderen Protokoll kommunizieren. Weitere Informationen finden Sie in der Online-Hilfe für diesen Bildschirm.
Klicken Sie auf "OK".
Nach Abschluss der oben beschriebenen optionalen Schritte werden Sie wieder zur Seite "Protokolle" geleitet.
Klicken Sie anschließend auf "Weiter".