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SUSE Linux Enterprise Point of Service

Komponenten: Administrationsserver, Zweigstellenserver, POS-Client-Images

SUSE Linux Enterprise Point of Service ist eine Lösung für POS-Einzelhandelsumgebungen (Point of Sale), bestehend aus SUSE Linux Enterprise Server und spezifischen Zusatzmodulen (Add-ons). Die Lösung bietet eine stabile Plattform für die Ausführung von POS-Anwendungen auf Kassencomputern und anderen POS-Geräten mit x86-Hardware-Architektur. Probleme bei der Implementierung, Verwaltung, Überwachung und Aktualisierung der POS-Betriebssysteminstallationen werden damit durch folgende Elemente auf kostengünstige Weise gelöst:

  • Vorlagen, Tools und Dokumentation für die Erstellung und Anpassung von Linux Betriebssystem-Images, die für den Einsatz auf POS-Hardware optimiert sind
  • Bereitstellungsserver- und Administrationsserver-Infrastruktur für Zweigstellenimplementierungen von Linux auf POS-Geräten

SUSE Linux Enterprise Point of Service besteht aus drei Hauptkomponenten: Administrationsserver, Zweigstellenserver und POS-Client-Images.

Der Administrationsserver

Der Administrationsserver von SUSE Linux Enterprise Point of Service wird in der Hauptniederlassung des Unternehmens ausgeführt. In einer typischen SUSE Linux Enterprise Point of Service-Umgebung ist mindestens ein Administrationsserver erforderlich.

Der Administrationsserver dient zur Verwaltung aller POS-Geräte. Die Master-Betriebssystem-Images für die POS-Geräte werden auf diesem Server verwahrt; außerdem werden damit unter Verwendung des KIWI-Tools zur Image-Erstellung POS-Linux-Client-Images angelegt, die auf SUSE Linux Enterprise 11 basieren. Der Administrationsserver bildet das zentrale Repository für Konfigurationsinformationen; die Konfiguration jedes POS-Clients ist auf dem Server in einem LDAP-Verzeichnis gespeichert. Schließlich erfolgt über den Administrationsserver auch die Replizierung der POS-Linux-Client-Images auf die Zweigstellenserver.

POS-Betriebssystem-Images werden aus Vorlagen erstellt; die Grundlage dafür bilden SUSE Linux Enterprise und die zugehörigen Maintenance-Updates. Images können auf derselben Serverinstanz basieren, die als Administrationsserver verwendet wird; alternativ ist auch eine separate physische oder virtuelle Serverinstanz als Basis möglich. Für alle physischen Administrationsserver oder Image-Build-Server ist eine Subscription des Typs „SUSE Linux Enterprise Point of Service Admin Server“ erforderlich. Zusätzliche Serveranwendungen oder Datenbanken dürfen nur dann auf einem Administrationsserver ausgeführt werden, wenn sie einen direkten Bezug zum Betrieb der POS-Infrastruktur haben. Für alle anderen Server-Workloads muss eine allgemeine SUSE Linux Enterprise Server 11-Subscription verwendet werden.

Der Zweigstellenserver

Der Zweigstellenserver von SUSE Linux Enterprise Point of Service dient zur Bereitstellung der SUSE Linux Enterprise POS-Client-Images. Im Wesentlichen stellt der Zweigstellenserver von SUSE Linux Enterprise Point of Service die Serverinfrastruktur für die folgenden Aufgaben bereit:

  • Booten der POS-Clients vom lokalen Netzwerk aus
  • Anmelden neuer Client-Geräte vor Ort
  • Verteilen von Aktualisierungen für Betriebssystem-Images auf die Client-Geräte

Dank SUSE Linux Enterprise Point of Service 11 kann auf dem Zweigstellenserver nun eine lokale Kopie des zentralen Konfigurationsverzeichnisses abgelegt werden. So ist die Offline-Einrichtung einer Site möglich; zudem kann eine Site über einen bestimmten Zeitraum hinweg offline betrieben werden.

In der Regel ist pro Filiale mindestens ein Zweigstellenserver erforderlich. Bei kleinen Implementierungen von SUSE Linux Enterprise Point of Service kann der Zweigstellenserver direkt vom Administrationsserver aus betrieben werden. In diesem Fall wird nur eine Subscription für den Administrationsserver benötigt.

Die Zweigstellenserver-Subscription von SUSE Linux Enterprise Point of Service kann für den POS-Zweigstellenserver sowie für weitere in der Filiale ausgeführte SUSE Linux Enterprise Server-Instanzen verwendet werden, sofern damit Daten oder Anwendungen für die POS-Client-Geräte bereitgestellt werden. Wenn in Filialen jedoch Server eingesetzt werden, die keinen Bezug zu den POS-Aufgaben haben, ist dafür eine allgemeine SUSE Linux Enterprise Server-Subscription erforderlich.

Der POS-Client

Verbraucher interagieren praktisch jeden Tag mit verschiedenen POS-Geräten. Diese Geräte beschleunigen und verbessern nicht nur den Einkauf, sie erfüllen auch einen wichtigen betriebswirtschaftlichen Zweck: In zahlreichen verschiedenen Unternehmen im Einzelhandel und Gastgewerbe werden damit Kauftransaktionen verarbeitet und aufgezeichnet, sodass Echtzeit-Berichte zu Umsatz- und Bestandsdaten abgerufen werden können. POS-Geräte bzw. POS-Clients sind etwa Geldautomaten, Kassensysteme, Warenscanner, Selbstbedienungs-Kioske, Zapfsäulen und Self-Checkout-Systeme, um nur einige Beispiele zu nennen.

Die SUSE Linux Enterprise POS-Client-Images werden auf dem Administrationsserver erstellt. Es ist möglich, Client-Betriebssystem-Images auf die x86-Architektur auszulegen. SUSE Linux Enterprise Point of Service enthält zwei Standardvorlagen für die Erstellung dieser Images. Die SUSE Linux Enterprise 11-Codebasis bildet die Grundlage für die POS-Linux-Client-Images. Die Images werden so kompakt wie möglich erstellt, damit sie auf Terminals mit älteren oder leistungsschwächeren Hardwareparametern (bei Prozessortyp, Arbeitsspeicher und Festplattenspeicher) problemlos ausführbar sind.

Ein Image enthält ein Mini-Betriebssystem mit der Laufzeitumgebung für die native Codeanwendung sowie eine Bibliothek für die Unterstützung der Benutzeroberfläche; das andere Image enthält ein grafisches Betriebssystem mit der GNOME-Desktopumgebung und einigen zusätzlichen Tools.

Für alle POS-Client-Geräte, auf denen ein SUSE Linux Enterprise Betriebssystem-Image ausgeführt wird, sei es bereitgestellt durch die SUSE Linux Enterprise Point of Service-Lösung oder installiert vom Installationsmedium, ist eine SUSE Linux Enterprise POS-Client-Subscription erforderlich. Client-Geräte dürfen nur für die Ausführung typischer POS-Anwendungen oder unterstützender Client-Anwendungen (beispielsweise Webbrowser) eingesetzt werden. Wenn für die POS-Anwendung bestimmte zusätzliche Server-Services ausgeführt werden müssen – etwa eine lokale Instanz einer Datenbank – ist dies ebenfalls durch die Client-Subscription abgedeckt. POS-Geräte, die als Kombination aus POS-Terminal und Zweigstellenserver eingesetzt werden, oder POS-Hardwarekomponenten, die eine andere Serverfunktion haben, müssen mindestens mit einer Zweigstellenserver-Subscription erfasst werden.

Weitere Implementierungsoptionen

  • Hochverfügbarkeitsserver: Sie haben die Möglichkeit, Ihre SUSE Linux Enterprise Point of Service-Server als Hochverfügbarkeits-Cluster mit zwei Knoten zu konfigurieren. In diesem Fall müssen Sie für alle Cluster-Knoten zusätzlich separate Subscriptions für die SUSE Linux Enterprise High Availability Extension erwerben.
  • Virtualisierung: Sofern die oben erwähnten Einschränkungen beachtet werden und alle Instanzen zu derselben POS-Infrastruktur gehören, können Sie auf einem physischen Server, für den eine Administrationsserver- oder Zweigstellenserver-Subscription vorhanden ist, mehrere virtuelle SUSE Linux Enterprise Point of Service-Instanzen ausführen. Es ist beispielsweise möglich, einen Image-Build-Server in einer virtuellen Maschine auf dem Administrationsserver auszuführen oder einen Zweigstellenserver als virtuelle Instanz auf einem kombinierten POS- und Zweigstellenserver-Gerät auszuführen. SUSE Linux Point of Service-Subscriptions dürfen jedoch nicht für die allgemeine Server- oder Client-Virtualisierung verwendet werden.

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