Übersicht
Dresden ist die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen und hat mehr als 500.000 Einwohner. Im Jahr 2008 veranstaltete die Stadt die 38. internationale FIDE-Schacholympiade, bei der am offenen Turnier 146 Teams und bei den Damen 111 Teams teilnahmen.
Herausforderung
Als Austragungsort der prestigeträchtigen, alle zwei Jahre stattindenden FIDE-Schacholympiade musste Dresden eine Infrastruktur aufbauen, mit der die Live-Ausstrahlung der Spiele über das Internet möglich war. Die Stadt wollte es Schachfans auf der ganzen Welt ermöglichen, jedes beliebige von bis zu 550 gleichzeitig stattindenden Spielen mitzuverfolgen – und zwar möglichst zeitnah.
Dazu wurde eine stabile Website benötigt, die einem großen Besucheransturm standhalten konnte, aber weder untragbare Kosten noch übermäßigen Verwaltungsaufwand verursachen würde. Es war eine enorme Herausforderung, deren Bewältigung eine Premiere in der Geschichte der Schacholympiade darstellte. Die beiden wichtigsten Voraussetzungen dafür waren eine Internetverbindung mit hoher Bandbreite und eine stabile hochleistungsfähige Betriebssystemplattform.
Dabei konnte die IT-Organisation auf die
beträchtlichen IT-Ressourcen der Technischen
Universität Dresden zurückgreifen, wie zum
Beispiel deren zehn Gbps-Verbindung.
Außerdem erhielt sie die Erlaubnis, einen Teil
der Lösung im Zentrum für Hochleistungscomputing der Universität zu hosten.
Lösung
Die IT-Organisation erarbeitete eine Lösung, die auf den Elementen Datenverarbeitung und Präsentation basierte, und das IT-Team entschied sich in beiden Fällen für SUSE Linux Enterprise Server als Betriebssystem.
SUSE Linux Enterprise Server hat unseren hohen Anforderungen im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Leistung entsprochen.— Jürgen Meier
Dep. IT-Director IT-Organisation Schacholympiade
"Wir schätzten die Anzahl der Zuschauer auf
bis zu eine Million Menschen ein, wobei bis
zu 550 Partien gleichzeitig gespielt wurden.
Es war also von größter Bedeutung, hundertprozentige Zuverlässigkeit und höchste
Leistung sicherzustellen", erklärt Jürgen
Meier, Dep. IT-Director, Schachorganisation.
"SUSE Linux Enterprise Server entsprach
unseren hohen Anforderungen im Hinblick auf
Zuverlässigkeit und Leistung, und da wir das
Betriebssystem in der Landeshauptstadt Dresden schon zu anderen Zwecken
verwendet hatten, ielen praktisch keine
Schulungskosten an."
Beim Datenverarbeitungssystem fiel die Wahl des Teams auf zehn IBM BladeCenter HS21-Blade-Server mit jeweils zwei Quad-Core-Prozessoren, wobei die Blades geclustert wurden, um die Hochverfügbarkeit sicherzustellen. Im Bereich Datenaustausch entschied man sich in Dresden für die Verwendung von NFS – den Ausschlag gab hier die Möglichkeit, von verschiedenen Servern aus problemlos auf ausgelagerte Dateien zuzugreifen.
Für die Präsentation wurden zwei Sun
Niagara Server mit jeweils zwei UltraSPARC-Prozessoren und Zugang zu einer eigenen
10 Gbps-Leitung installiert. Die UltraSPARC-Prozessoren verfügten über acht Cores,
von denen jeder einzelne acht Threads
ausführte. Auf jedem Server konnten also
128 Prozesse gleichzeitig ausgeführt werden.
"Wir haben einfache PCs eingerichtet,
auf denen alle zehn Sekunden Updates der
550 Schachbretter eingingen. Diese Daten
wurden dann an die Verarbeitungsebene
im Rechenzentrum weitergeleitet", so Meier.
"Die verarbeiteten Daten wurden dann den
Web-Proxy-Servern in der Technischen
Universität Dresden übermittelt. SUSE Linux
Enterprise Server zeigte auf allen Ebenen der
Architektur optimale Leistung und ermöglichte
es uns, einem großen internationalen
Publikum exzellenten Service zu bieten."
Durch minimale Auslastung der Hardware-Ressourcen sollten die Kosten so niedrig wie möglich gehalten werden. Dank der Kompaktheit von SUSE Linux Enterprise Server und der exakten Abstimmung der Web-Anwendung und des Datenlusses mit der Verarbeitungs- und der Präsentationsebene konnte die IT-Organisation mit einer relativ kleinen Infrastruktur optimale Leistung erzielen. Außerdem war für das Betriebssystem nur ein sehr geringer Verwaltungsaufwand erforderlich, was zur Senkung der Kosten beitrug.
Ergebnisse
Zum ersten Mal in der Geschichte der
FIDE-Schacholympiade war das Publikum
auf der ganzen Welt in der Lage, alle Partien
beinahe in Echtzeit mitzuerleben. Das Team
der IT-Otganisation erreichte höchstmögliche
Leistung durch die Verlagerung der
Darstellung der Schachzüge auf einen Java-
Client, der auf dem Computer der Endnutzer
ausgeführt wurde. Während des Turniers
erhielten die Zuschauer alle zehn Sekunden
Updates von allen 550 Schachbrettern.
Dank unserer Infrastruktur, die auf IBM-Servern unter SUSE Linux Enterprise Server basiert, waren wir in der Lage, alle 6.050 Spiele praktisch in Echtzeit zu senden.— Jürgen Meier
Dep. IT-Director IT-Organisation Schacholympiade
"Dank unserer Infrastruktur, die auf IBM- und
Sun-Servern unter SUSE Linux Enterprise
Server basierte, waren wir in der Lage,
alle 6.050 Spiele praktisch in Echtzeit zu
übertragen", freut sich Meier. "Gleichzeitig
konnten wir uns auf eine zuverlässige
Umgebung verlassen: Wir hatten im Vorfeld
erfolgreich ein Failover von einem Cluster auf
einen anderen simuliert, mussten während der
Olympiade aber nicht darauf zurückgreifen."
Durch den Einsatz von SUSE Linux Enterprise Server als Herzstück der Web-Übertragung proitierte der Veranstalter von hoher Leistung und Zuverlässigkeit sowie niedrigen TCO.
"Die niedrigen Kosten waren bei der
Entscheidung für SUSE Linux Enterprise
Server ein wichtiger Faktor", sagt Meier.
"Die niedrigen Lizenzkosten und das kompakte Format ermöglichten es uns,
das Budget optimal auszuschöpfen."
